Die GSG vermietet ihre Reihenhäuser namens Qubi ohne Heizung. Natürlich gibt es eine Heizung. Nur diese muss der Mieter separat über den sog. Grundpreis bei EWE anmieten. Diese Konstruktion nennt sich Contracting. Hierbei handelt es sich um einen Wärmelieferungsvertrag mit einer Laufzeit von über 10 Jahren! Der Grundpreis liegt derzeit bei 840,72 EUR pro Jahr und ist damit um ein Vielfaches teurer als bei anderen Gasanbietern. Der Arbeitspreis ist mit 5,84 Cent noch moderat. Der u.g. Vergleich macht den Preisunterschied deutlich:

Quelle: http://www.verivox.de

Sowohl der Grundpreis als auch der Arbeitspreis dürfen erhöht werden, ohne dass sich daraus ein Sonderkündigungsrecht ergibt. Eine komplizierte Formel im Wärmelieferungsvertrag schränkt zwar die Preiserhöhungen ein, ist aber vom Otto-Normal-Verbraucher nicht nachvollziehbar.

Formel für Preisanpassungen

Im Mietvertrag wird der Mieter über all das (überhöhter Grundpreis, 10jährige Vertragsbindung, kein Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhung) nicht informiert. Im Gegenteil: Dort steht, dass die Wohnung mit Heizung vermietet wird. Allerdings ist EWE der Eigentümer der Heizung und eben nicht der Vermieter, die GSG. So steht es auch im Wärmelieferungsvertrag unter Punkt 5.1: „Die von EWE erstellte Wärmeerzeugungsanlage gehört zu den Betriebseinrichtungen von EWE und steht in deren alleinigem Eigentum.“

Punkt 5.1

Daher betrachte ich den Wärmelieferungsvertrag als eine Art Leasingvertrag: Ich lease die Heizung, in dem ich einen überhöhten Grundpreis zahle. Allerdings gehört mir die Heizung danach nicht. Denn in Punkt 5.1 heißt es weiter: „Die Wärmeerzeugungsanlage wird für die Dauer dieses Vertrages eingebaut“.

Dadurch musste die GSG keinen Cent für die Heizung bezahlen, was den Bau dieser Reihenhäuser besonders günstig macht, den Mietzins aber erheblich erhöht, denn es gilt: Kaltmiete + Nebenkosten + Leasingrate für die Heizung. Was kommt als nächstes? Leasingraten für die Fenster, Türen, Böden???!!!

Inzwischen liegen beide Verträge bei einem Anwalt.

Allerdings ist diese Praxis nicht neu. Wenn Küchen/Möbel eingebaut werden, muss der Mieter diese ebenfalls abbezahlen (Möblierungszuschlag).

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